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Change Management

Echte Veränderungen brauchen das Spiel

Change Management modern – Warum das Spiel Veränderungsprozesse sehr gut unterstützt und hilft das Projekt zum Erfolg zu führen.

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Dezember 2020

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Change Management

1. Warum Veränderungsprozesse oft scheitern

In vielen Change-Management Projekten werden neue Unternehmenswerte, Führungsleitbilder, neue Visionen und Missionen entwickelt, Prozesse optimiert und neue Methoden geschult- in der Hoffnung auf Veränderungen in der Organisation. Dazu gibt es noch umfassende Anstrengungen zur Kommunikation und Implementierung der neuen Verhaltensweisen. Leider haben viele dieser Aktivitäten und Bemühungen wenig erlebbaren Erfolg und scheitern. 

Ein wesentlicher Aspekt, warum dies oft nicht funktioniert liegt darin, dass zu einer echten Änderung des Verhaltens die Haltung der Menschen verändert werden muss. Abstraktes oder Erklärungsbedürftiges kann nicht einfach so in ein verändertes Verhalten übersetzt werden. Die für den Change erforderliche Veränderung der eigenen Haltung wird mit Maßnahmen – wie oben aufgeführt –  nicht verändert.

Mitarbeitende und Führungskräfte sollen nicht nur die neue Vision und Mission verstehen und die  neuen Prozesse oder Vorgehensweisen kennen sondern dies alles umsetzen und leben können. Und dazu bedarf es mehr als üblicherweise gemacht wird.

 

2. Was ist wesentlich für den Wandel?

Im Rahmen eines Wandels sollen andere Handlungen entstehen, denn diese machen den Unterschied aus! Handlungen entstehen im Wesentlichen aus zugrunde liegenden Strukturen in denen sich Menschen bewegen. Diese sind erfahrungsbasiert. Also erst wenn sich die Erfahrungen der Menschen ändern ist Wandel möglich[1].

Wandel / Veränderungen entstehen nur durch Handlungen, die man wieder seinen Erfahrungen macht (Svenja Hofert, Das agile Mindset, Springer 2019).

Veränderung, d.h. neue Handlungen und Verhaltensmuster können z.B. mit den Prinzipien spielerischen Lernens erworben werden. Im Spiel kann ein bestehendes Handlungsmuster durchbrochen werden, neue Handlungsmuster ausprobiert werden ohne Risiken einzugehen. Menschen werden durch das Spielen in ein Erleben gebracht. Dieser Vorgang des Erlebens weckt Emotionen in uns, Ängste bleiben außen vor. Dadurch ist diese Form des Erlebens positiv besetzt und kann weiter verfestigt werden was unsere Haltung gegenüber dem Neuen positiv verändert. Das Spiel bietet damit einen Schutzraum, um neue Handlungsmuster zu erproben und zu erlernen.

Spiel ist eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung, die innerhalb gewisser festgesetzer Grenzen von Zeit und Raum nach freiwillig angenommenen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selber hat und begleitet wird von einem Gefühl der Spannung und Freude und dem Bewußtsein des „Andersseins“ als das „gewöhnliche Leben“ (s. S. 37 in Homo ludens, Johan Huizinga [2]).

Nur im Spiel kann der Mensch wirklich frei und souverän handeln. Im oben zitierten Absatz beschreibt er, dass wir zwar immer wüssten, dass das Gespielte nicht real sei, trotzdem aber dazu bereit seien, so zu tun, als ob es real wäre. Spielen ist für uns eine grundlegende menschliche Aktivität! Spielen erfordert Kreativität und fördert wiederum diese. Wenn Sie sich mit ihren Kindern hinsetzen um gemeinsam zu spielen fällt ihnen womöglich auf, dass es ihnen gar nicht so leicht fällt, mit Ihren Kindern ins Spiel zu kommen. Weil wir mit der Zeit verlernt haben, wie fantasievolles Spielen geht.

Spielen ist aktives Handeln – Spielen ermöglicht das erlernen neuer Handlungsmuster und unterstützt somit die Ausbildung eines neuen Mindsets im Schutzraum des Spiels

Lernen ist nicht nur Wissen aufnehmen. Es ist kein reiner Speichervorgang von Wissen im Gehirn. Zum nachhaltigen lernen – und nachhaltigem Change – gehört erleben auf sozialer, körperlicher und emotionaler Ebene. Wenn wir uns die ursprünglichste Form des Lernens ansehen – das Lernen von Kindern, landen wir wieder beim Spiel. Durch aktives Handeln (learning by doing), durch Erfahrung und durch emotionale Erlebnisse lernen Kinder von Anfang an durch ausprobieren, durch das Spiel! Wie bereits erwähnt haben sehr viele Erwachsene verlernt, sich auf spielerische Weise neues Wissen und neue Fertigkeiten anzueignen. Lernen und spielen sind für uns Menschen von den ersten Augenblicken unseres Lebens an sehr eng miteinander verbunden und essentiell für unsere Entwicklung.

Warum sollen wir also diese uns so vertrauten Handlungsweisen nicht nutzen um die bei vielen Change Management Vorhaben und Transformationen fehlenden neuen Handlungsstrukturen (Mindset) zu erlernen? Es liegt doch Nahe, Spiele mit ihren Möglichkeiten – insbesondere mit fortschreitender Digitalisierung – als ergänzendes Element für erfolgreichere Transformationsvorhaben zu nutzen.

3. Spielen als Lernmedium passt zu selbstorganisierten und selbstverantwortlichen Teams / Organisationen

Ein weiterer Vorteil des Spiels ist, dass man es immer wieder spielen kann (Wiederholung ist wichtig um eine nachhaltige Verhaltensänderung zu bewirken). Insbesondere in selbstorganisierten Teams, in denen die Teams auch selbst für ihre Weiterentwicklung verantwortlich sind, bietet sich das Spiel als Lern- und Entwicklungsmedium an. Spiele haben eine begrenzte Zeitdauer und bieten die Chance, permanent neue Möglichkeiten auszuprobieren und damit tiefgehende Lernprozesse auszulösen. Im Spiel kann die Komfortzone durch Steigerung der Komplexität bzw. Schwierigkeit relativ einfach und angstfrei verlassen werden. Die führt zur Steigerung der persönlichen Leistung und der Teamleistung. Oder es können z.B. Probleme bei der Teamkommunikation, die im Alltag auftreten, in Form neuer Verhaltensweisen ausprobiert und bei Erfolg in der Praxis umgesetzt werden Aufgrund dieser Aspekte kann die Lernkurve in einem Team oder auch in einer Organisation deutlich verkürzt werden.

Insbesondere digitale Spiele habe weitere Vorteile, weshalb sie sich besonders für Transformationsvorhaben in Organisationen eigenen. Sie sind überall umsetzbar, auch wenn sich Teams nicht zusammen in einem Raum oder an einem Ort befinden. Und sie sind daher besonders gut skalierbar, so dass auch sehr große Gruppen bzw. Organisationen gleichzeitig trainieren / spielen können. Homeoffice oder Unternehmen mit mehreren Standorten können ohne Reiseaufwand gemeinsam trainieren und haben trotzdem das gemeinsame emotionale Erlebnis, die gemeinsame Erfahrung. Und der einem Spiel innewohnende Charakter der Freude am Spiel ist ein sehr motivierender Faktor auch unter angespannten Randbedingungen sich auf ein immer wiederkehrendes gemeinsames erleben im Team einzulassen.

Stets wissen die Spieler um ihr „so tun als ob“. Dabei wird Spiel stets um seiner selbst willen betrieben. Auch In seiner Zweckfreiheit grenzt es sich vom zweckgebundenen Alltagshandeln ab. Huizinga sieht Spiel als überflüssig an, es kann stets aufgeschoben werden und entspringt nie einer Notwendigkeit – es sei denn, diese entsteht durch die beim Spiel empfundene Freude.

Coaching Teams Scrum PlayAgile

4. Training agiler Arbeitsweisen, insbesondere von Scrum mit PlayAgile

PlayAgile© ist ein Multiplayer-Spiel, in dem mit Hilfe unterschiedlichster Bausteine ein Team (in der jetzigen Entwicklungsstufe) von bis zu 12 Spielern ein Dorf oder eine kleine Stadt bauen kann.

Es bietet den Spielern zwei unterschiedliche Möglichkeiten (Trainingsräume) an. Zum einen eine freie Trainingsarea, in der die Spieler mit den vorhanden Bausteinen ein beliebiges Bauprojekt umsetzen können. Dieser Bereich des Spiels kann z.B. sehr gut für Teamaufgaben in Design Thinking oder Kanban Online Workshops eingesetzt werden.

Der zweite Raum ist speziell auf Scrum ausgelegt. Dabei werden etablierte bzw. ggf. bereits vorhandene Tools wie Jira, Monday, scrumwise, Online Whiteboards zur Gestaltung des Projektrahmens genutzt werden. Die Kommunikation im Spiel für die Plannings, Reviews und in die Teamkommunikation erfolgt z.B. über Zoom, MS Teams usw.

Die „Realisierung“ der user stories selbst erfolgt in Play Agile. Dadurch bietet das Spiel einen guten Bezug zu realen Arbeitssituationen, der Einsatz bestehender Werkzeuge wird ebenso trainiert und verfestigt wie das Scrum Framework. Dabei bietet das Spiel viel Freiraum, um die Komplexität von einfach bis sehr komplex zu steuern. Dies erfolgt über die Epics und User Stories, so dass es sowohl für Anfänger in Workshops und Schulungen als auch für erfahrenere Teams zur Verfestigung nutzbar ist. Neben den klassischen Scrum Rollen (Scrum Master, Product Owner und Team gibt es in PlayAgile eine weitere Rolle – die das Coach. Der Coach kann das gesamte Spielgeschehen beobachten und dadurch im Nachgang, auch bei remote arbeitenden Teams, zielgerichtet coachen. Weiterhin sind extra Feedbackschleifen für die Teams und die einzelnen Spiele abgebildet, wodurch jeder Spieler seine Eindrücke nochmal verschriftlichen kann. Auch das kann vom Coach herangezogen werden um die Weiterentwicklung der einzelnen Teilnehmer individuell zu unterstützen.

 

PlayAgile© ist eine eingetragene Marke von Dr. Stephan Ernst, Weimar, Inhaber von IQE-Consult. Das Spiel steht in der Team Version ab Anfang 2021 für Windows, Mac-OS, Android und iOS zur Verfügung.

Mehr Informationen und Buchung von Workshops auf playagile.de

[1] Svenja Hofert, Das agile Mindset, Springer 2019

[2] Johan Huizinga, Homo Ludens, Vom Ursprung der Kultur im Spiel, Rowohlt 26. Auflage 1981

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